Auszählverfahren Wahlen

Auszählverfahren wahlen

Seit Bestehen der Bundesrepublik gab es mehrere Änderungen des Wahlrechts.

1985 erfuhr das Auszählverfahren eine Änderung: Der Verrechnungsmodus nach Hare/Niemeyer löste das d’Hondt’sche Höchstzahlverfahren ab. Unter dem Strich kann dies dazu führen, dass wegen des Wegfalls der geringfügigen Begünstigung für die großen Parteien eine kleine Partei ein Mandat mehr erhält als zuvor.

Auszählverfahren Wahlen am Beispiel: Verfahren nach Hare/Niemeyer

Die Anteile der Parteien werden in zwei Schritten berechnet:

1. Schritt: Grundverteilung

Die Stimmen der Parteien werden durch die Gesamtstimmenzahl aller Parteien (ohne ungültige Stimmen und Enthaltungen) dividiert und mit der Gesamtsitzzahl multipliziert. Der abgerundete Teil des Ergebnisses wird als Sitzzahl direkt zugeteilt.

Zu verteilen sind 14 Sitze.

Partei A Partei B Partei C Gesamt
Erhaltene Stimmen 113.000 73.000 29.000 215.000
Gesamtzahl der Sitze x Stimmenzahl der Partei durchGesamtzahl der Stimmen aller Parteien 14 x 113.000: 215.000 14 x 73.000:215.000 14 x 29.000:215.000
1. Ergebniss 7,36 4,75 1,89
Sitz durch 1. Schritt 7 4 1 12

Im ersten Schritt wurden nur 12 der insgesamt 14 zu vergebenden Sitze verteilt. An der Zahl vor dem Komma ist abzulesen, wie viele Sitze die Partei mindestens erhält. 2 Sitze sind noch zu vergeben, dies geschieht im 2. Schritt.

2. Schritt: Restsitzverteilung

Die Restsitze (2) werden in der Reihenfolge der größten Nachkommateile der Quoten den Parteien zugeteilt.

Partei A Partei B Partei C Gesamt
1.Ergebnis 7,36 4,75 1,89
Sitze durch 1.Schritt 7 4 1 12
Nachkommstellen ,36 ,75 ,89
Restsitzverteilung,zusätzliche Sitze +1 +1 2
Sitze gesamt 7 5 2 14

Ergebnis:

Nach dem Auszählverfahren Wahlen Hare/Niemeyer erhält Partei A, 7 Sitze; Partei B, 5 Sitze und Partei C, 2 Sitze.

Beispiel: D’Hondtsches Höchstzahlverfahren

Zu vergeben sind auch 14 Mandate. Wir gehen hier von 215.000 Wahlberechtigten aus, welche alle eine gültige Stimme abgeben. Zur Wahl stehen 3 Parteien, Partei A, B, C.

Partei A erhält 113.000 Stimmen; Partei B erhält 73.000 Stimmen; Partei C erhält 29.000 Stimmen

Die für die jeweilige Partei abgegebenen Stimmen werden, nach ihrer Anzahl geordnet, nebeneinander geschrieben. Die Gesamtstimmen werden dann durch 1,2,3,4,5….  geteilt. Entsprechend der Größe der Quotienten werden Rangzahlen zugeordnet, die die 14 Mandate festlegen.

Teiler Partei A Partei B Partei C
Anz. Stimmen Verteilg. Anz. Stimmen Verteilg Anz. Stimmen Verteilg.
1 113.000 1 73.000 1 29.000 1
2 56.500 1 36.500 1 14.500 1
3 37.667 1 24.333 1 9.667
4 28.250 1 18.250 1 7.250
5 22.600 1 14.600 1 5.800
6 18.833 1 12.167 4.833
7 16.143 1 10.924 4.143
8 14.125 9.124 3.625
Mandate 7 5 2

Ergebnis:

Nach dem Auszählverfahren Wahlen D’Hondtschen Höchstzahlverfahren erhält Partei A, 7 Sitze; Partei B, 5 Sitze und Partei C, 2 Sitze.

Auch nach dem D’Hondtschem Höchstzahlverfahren erhalten die Parteien die gleiche Stimmenverteilung. Aber wie gesagt: Es können gerinfügige, nicht immer eintretende Veränderungen zugunsten der kleineren Parteien eintreten.

Kommentare sind geschlossen.